Ein Wort nach dem anderen, aus unserem Hanf-Lexikon.
Es gibt ein Wort, das oft fällt, wenn von Hanf und CBD die Rede ist, und es ist eines von denen, die die Lust am Weiterlesen verderben: Endocannabinoid-System. Klingt nach Labor. In Wirklichkeit beschreibt es etwas, das jeder von uns in sich trägt, jeden Tag, seit jeher.
In diesem Lexikoneintrag nehmen wir es Schritt für Schritt auseinander, in einfachen Worten. Keine Versprechen, keine Wunderwirkungen: nur, was es bedeutet und warum es so heisst.
Das Wort des Tages
Beginnen wir mit dem Namen, denn er erzählt schon die halbe Geschichte. „Endo“ bedeutet innen, „Cannabinoid“ bezeichnet die typischen Moleküle des Cannabis. Zusammengesetzt: ein körpereigenes System, das mit Molekülen arbeitet, die mit denen des Hanfs verwandt sind.
Genau das ist das Spannende. Unser Körper stellt selbst Substanzen her, die den Cannabinoiden der Pflanze ähneln, und verfügt über ein eigenes Netzwerk, um sie zu nutzen. Nicht der Hanf hat das System geschaffen: das System war schon da, und die Pflanze ist einfach in der Lage, mit ihm zu sprechen.
Die drei Teile des Systems
Um zu verstehen, wie es funktioniert, stell dir ein System aus Schlössern, Schlüsseln und Handwerkern vor.
Die 3 Teile des Systems
Rezeptoren
Die Schlösser, an denen das Signal ankommt.
CB1 und CB2Endocannabinoide
Die Schlüssel, die der Körper selbst baut.
Anandamid und 2-AGEnzyme
Die Handwerker, die die Schlüssel bauen und abbauen.
an und ausDie Rezeptoren sind die Schlösser. Sie heissen CB1 und CB2 und sind fast überall verteilt: CB1 vor allem im Nervensystem, CB2 stärker mit den Abwehrkräften des Körpers verbunden. Sie sind die Punkte, an denen das Signal ankommt.
Die Endocannabinoide sind die Schlüssel, und der Körper baut sie sich selbst, wenn er sie braucht. Die zwei bekanntesten tragen komplizierte Namen, Anandamid und 2-AG, aber das Prinzip ist einfach: Es sind Botenstoffe, die sich in die Schlösser schieben und eine Reaktion auslösen.
Die Enzyme sind die Handwerker. Sie bauen die Schlüssel, wenn nötig, und bauen sie wieder ab, wenn die Arbeit getan ist, damit das Signal nicht endlos eingeschaltet bleibt. Es ist ein System, das sich im richtigen Moment ein- und ausschaltet.
Wozu es dient: das Gleichgewicht halten
Müssten wir die Aufgabe dieses Systems in einem einzigen Wort zusammenfassen, wäre es Gleichgewicht. Die Wissenschaft nennt es Homöostase, aber die Idee ist die eines inneren Thermostats.
Wenn sich etwas zu stark in eine Richtung verschiebt, greift das System ein, um es zur Mitte zurückzuführen. Es ist ein Grundregler, der ständig im Hintergrund arbeitet und dem Körper hilft, seine alltäglichen Funktionen im Gleichgewicht zu halten. Es macht nicht nur eine Sache: Es spielt die Rolle eines Aufsehers, und das erklärt, warum in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen davon die Rede ist.
Hier hören wir auf, denn dies ist ein Lexikoneintrag und kein Ratgeber zu Wirkungen: Uns geht es darum, dass man den Mechanismus versteht, nicht darum, Ergebnisse zu versprechen.
Was der Hanf damit zu tun hat
Nun kommen wir zu dem Grund, warum dieses System genau so heisst. Die Cannabinoide der Pflanze, die Phytocannabinoide wie CBD, THC und CBG, haben eine Form, die unser System erkennt. Es ist, als sprächen sie dieselbe Sprache wie die Schlüssel, die der Körper selbst herstellt.
Jedes tut das auf seine Weise, mit unterschiedlicher Intensität und auf unterschiedliche Art, und die Forschung untersucht das weiter. Aber der Grundgedanke ist einfach und steckt ganz im Namen: Pflanze und Körper sprechen miteinander, weil sie in gewissem Sinne dasselbe Alphabet verwenden. Wenn du verstehen willst, warum jede Sorte neben den Cannabinoiden ihren eigenen aromatischen Charakter hat, findest du den Eintrag zu den Terpenen.
Zum Schluss eine Kuriosität
Hier kommt der Teil, der uns am besten gefällt. Dieses so wichtige System wurde erst zwischen Ende der 1980er- und den 1990er-Jahren entdeckt, und zwar gerade beim Erforschen von Cannabis. Mit anderen Worten: Zuerst kannten wir die Pflanze, und erst danach, als wir untersuchten, wie sie wirkt, verstanden wir, dass es in uns ein Netzwerk gibt, das eigens dafür da ist, mit ihr zu sprechen. Ein System, das die ganze Menschheitsgeschichte hindurch verborgen blieb und von einer Pflanze enthüllt wurde, die der Mensch seit Jahrtausenden anbaut.
Das war ein Eintrag aus unserem Hanf-Lexikon, der Rubrik, in der wir ein Wort nach dem anderen erklären, ohne Umwege. Wenn du weitermachen möchtest, ist ein guter nächster Schritt zu verstehen, was Decarboxylierung ist, also wie sich Cannabinoide „aktivieren“. Und wenn du lieber die Pflanzen aus der Nähe sehen möchtest, von denen alles ausgeht, findest du unsere Blüten und unsere Öle im Shop.
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